Denis Sandmann

Warum ich so oft wie möglich barfuß laufe

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Man trägt sie wenn man aus dem Haus geht, behält sie den ganzen Tag an und dann am Abend lässt man seinen Füßen wieder Luft. Meist riechen die Füße dann nicht mehr so gut wie nach der Morgendusche. Mich hat das schon immer gestört und ich habe nie verstanden warum nicht einfach mehr Menschen barfuß laufen und warum barfuß laufen nicht einfach ganz normal ist.

Ich trage natürlich auch Schuhe, wenn ich weiß das ich irgendwas schweres tragen muss oder die Gefahr entsteht das ich mich verletzen könnte. Aber sonst versuche ich so oft wie möglich ohne auszukommen. Ich trage ja auch nicht den ganzen Tag Handsocken und Handschuhe, warum also immer Schuhe tragen?

Das liegt wohl daran, dass Schuhe weit vor der modernen Gesellschaft eine tolle Erfindung waren. Wenn man schwere Arbeiten zu erledigen hatte oder durch unwegsames Gelände ging, waren die Menschen die Schuhe trugen wohl besser dran als die ohne. Hinzu kommt noch, dass Schuhe den Fuß wärmen, wenn man sie nicht zu eng trägt. Später dann kann war der Schuh natürlich auch ein Modefaktor der zum gutem Aussehen gehörte und Schuhe wurden im Militär eingesetzt.

Heute gibt es immer noch Menschen die ihr ganzes Leben lang barfuß laufen. Aber obwohl barfuß laufen in manchen Gegenden völlig normal ist, ist barfuß laufen hier in Deutschland nicht gern gesehen, vielleicht auf der Wiese oder im Schwimmbad aber in der Einkaufspassage oder im Supermarkt? Auf keinen Fall! Ich kann es verstehen, denn die Füße der meisten Menschen die täglich Schuhe und Socken tragen, befinden sich in einem nicht sehr ansehnlichen Zustand. Krankheiten können über die Füße übertragen werden. Aber ist es nicht erst der Schuh der unsere Füße so verwundbar macht?

Der natürliche Gang

Irgendwann hab ich mal angefangen anstatt mit Sportschuhen laufen zu gehen einfach mal barfuß zu laufen. Einfach weil ich es interessant fand, weil ich gelesen hatte das man so schneller und länger laufen kann und weil ich das schwitzte Gefühl im Schuh nicht mehr ertragen wollte.

Am Anfang bin ich eher gehumpelt weil mir jeder kleine Stein wehtat, aber nach ca. 3 Wochen konnte ich so auf dem Asphalt herumrennen ohne bei jedem Stein aufzuschreien. Es hatte sich eine Schicht gebildet, wie beim Gitarre spielen hat sich mein Körper angepasst.

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Interessant war aber auch, dass sich der Gang total verändert. Wo man normalerweise mit der Ferse auftritt, war das beim Barfußlaufen gar nicht mehr möglich. Automatisch rollte man den Fuß von vorne nach hinten ab. Das führte dazu das ich viel leiser und flüssiger lief. Es war eher eine unendliche Bewegung anstatt eines stetigen Polterns.

Das Problem das man hat, wenn man Schuhe trägt ist, dass der Fuß immer mit der Ferse auftritt und der ganze Druck beim Auftreten in den Körper verteilt wird. Menschen kriegen Rückenschmerzen und andere Gelenkprobleme. Beim Barfußlaufen wird der Fuß abgedämpft, da man nicht mit der Ferse auftritt, sondern eher den ganzen Fuß auf dem Boden abrollt.

Wenn man langsamer läuft ist das natürlich kaum möglich, aber grade wenn man rennt dann ist das sehr spannend zu beobachten.

In einer Folge von Dual Survival erzählte der barfuß laufende amerikanische Survival Trainer Cody Lundin auch über die Vorteile des Barfußlaufens und warum er selbst an den unwegsamsten Orten der Welt barfuß läuft. Nicht nur ging es um das natürliche Laufen, sondern auch darum, das Barfußlaufen die Mitochondrien im Fuß stimuliert und sich dadurch die Körpertemperatur besser der Umwelt anpasst.

Barfuß im Alltag

Was so gut beim Sport funktioniert hat, wollte ich dann natürlich auch im Alltag umsetzen. Barfuß fühlt man sich einfach frischer, gesünder und besser mit seiner Umwelt verbunden. Einige sagen sogar das die Körperspannung sich wieder ausbalanciert wenn man barfuß läuft, da man sozusagen geerdet ist und nicht auf isolierenden Gummilatschen herumläuft. Macht Sinn, wenn man bedenkt das unser Körper mit elektrischer Spannung die Bewegung von Muskeln regelt und Gedanken im Kopf hin und her schießt.

Ich habs dann einfach gemacht. Ich bin barfuß in den Supermarkt, barfuß in die Stadt und sonst auch überall wohin mich meine Füße brachten. Meist wurde ich schief angeschaut, sogar rausgeschickt. Eigentlich verständlich, wenn man bedenkt wie viele Menschen mit ihrem Körper umgehen, unverständlich in einer Welt in der alle barfuß laufen würden.

Damit ich trotzdem frische Luft an meine Füße lassen konnte habe ich mir dann so Ledersandalen gekauft. Das lief ganz gut, nur gingen die nach einigen Wochen immer kaputt. Mittlerweile habe ich so Birkenstock-Sandalen, die halten und halten und halten. Mit solchen Sandalen wird man zwar manchmal auch komisch angeschaut aber man kommt überall rein. Ins Kino, in den Supermarkt, sogar in die Disco, auch wenn das nicht unbedingt mein Lieblingsort ist.

Doc-Martens-Sandalen

Doch ich kann nicht mit meinen Lederlatschen einen Kunden besuchen, geschäftliches besprechen oder auf einer Hochzeit herumlaufen. Vielleicht als Gast aber nicht wenn ich einen Auftrag bekommen habe.

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Also musste da eine Alternative her. Ich hab mal gelesen das die Ureinwohner Amerikas sich einen simplen Lederschuh bastelten, aber meist jeden Abend die Zeit am Lagerfeuer damit verbrachten die Sohle dieser Mokassins zu flicken. Die Idee ist also nicht schlecht, man müsste das nur irgendwie robuster hinkriegen. Moderne Alternativen wie diese Vibram Five Fingers, habe ich mal anprobiert aber das war nichts für mich.

Ich hab dann ein bisschen weiter im Internet geschaut und ein Schuhe gefunden die im Prinzip wie ganz normale Schuhe aussehen, aber eine sehr dünne Sohle haben. So hat man das „Barfußgefühl“ weiterhin, sieht aber für Normalbürger eben wie ein Normalbürger aus. Klingt ganz gut, sollte man also mal ausprobieren. Ich habe mir dann von www.barfußlaufen.com ein paar Scout Schuhe vom Hersteller Solerunner besorgt und laufe nun seit einigen Wochen damit herum.

Scout-Solerunner

Solerunner-Sohle

Am Anfang total komisch damit zu laufen, denn durch die dünne Sohle fühlt man sich als würde man wirklich barfuß laufen, ganz anders als mit normalen Schuhen. Keiner hat auch nur bemerkt das ich Barfußschuhe trage. Der Schuh ist auch aus Leder, die Sohle unten aus Gummi, so kommt der Fuß wohl nicht direkt in Kontakt mit Kunststoffen wie bei anderen Schuhen.

Solerunner

Ich werde das so wohl in Zukunft beibehalten. Denn die Barfußschuhe sind für mich eine echte Alternative zu den Birkenstock-Sandalen. 1 Paar Füße und 1 Paar Barfußschuhe das reicht mir um von A nach B zu kommen.

Was glaubst du? Ist Barfußlaufen gesünder oder sollte man doch ab und zu Schuhe tragen? Wie oft läufst du barfuß und wie fühlt es sich für dich an? Ich freue mich auf deine Gedanken in den Kommentaren.

Veröffentlicht am: 15. Juni 2016
Kategorie: Gedanken, Minimalismus
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