Denis Sandmann

Gedanken zu WordPress, Website Performance und statischen Websites

In den letzten Tagen habe ich mich etwas tiefer damit beschäftigt die Ladezeit dieser WordPress Website zu verbessern. Ich war stark am Zweifeln ob WordPress überhaupt noch die richtige Plattform für mich ist und ob es vielleicht Alternativen gibt.

WordPress ist schon lange nicht mehr das was es mal war. Das damals schlanke PHP Blogsystem ist erwachsen geworden und damit auch ein bisschen fett. WordPress ist das Schweizer Taschenmesser des Webdesigns. Blog, Shop, Landingpage, WebApp, egal was man machen will, mit WordPress ist es möglich und es gibt meist sogar schon ein Plugin dafür.

Mit diesen ganzen Funktionen und Plugins kommt natürlich auch ein Sicherheitsrisiko, die Performance leidet und man muss mehr Energie darin investieren die Website möglichst schlank zu halten.

Ist eine statische HTML Websites besser?

Das war die Frage die ich mir stellte, nachdem ich das Buch „WordPress Performance: So optimiert ihr euren WordPress Blog!“ von David Keulert gelesen habe, dass übrigens sehr zu empfehlen ist.

Ist WordPress überhaupt noch zeitgemäß? Wenn ich an die ganzen Facebook-Posts denke, in denen Blogbetreiber um Hilfe rufen, weil Ihre Seite von irgendwelchen Hackern verändert wurde. Die machen sich einen Spaß daraus. Und solche Sicherheitslücken sind ernstzunehmen, denn die meisten Blog / Website-Betreiber haben keine Ahnung davon wie man eine Website betreibt und von Backups schonmal gar nicht.

Viel einfacher wäre es doch, wenn man das System zum Publizieren der Inhalte offline oder getrennt von der eigentlichen Website hätte und nur die fertige statische Website veröffentlicht. WordPress muss bei jedem Seitenaufruf, die Seite aus der Datenbank zusammenbasteln und dem Besucher übermitteln. Klar lässt sich mit Caching hier Abhilfe schaffen. Aber, wenn man mal so überlegt ist so ein System nicht unbedingt ideal.

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Ich habe mir dann mal ein paar Alternativen angeschaut. Da gibt es na klar Ghost. Ein interessantes Projekt, aber dadurch das viele Hoster noch kein Node.js anbieten, welches zwingend notwendig ist zum Betreiben einer Ghost Installation, fällt das für mich weg. Ich möchte nicht noch einen Hostingvertrag abschließen und auch nicht von meinem Lieblingshoster All-Inkl.com weg. Dann gibt es so Software wie Jekyll, Hugo, Hexo, Pelican, Octopress oder Middleman. Mit der kann man im Prinzip seine Artikel in Markdown schreiben, durch den Generator jagen und raus kommt eine statische Website die man nur noch hochladen muss. Eine tolle Idee.

Mit WordPress wäre das auch möglich. Es gibt export Plugins, die aus einer WordPress Website eine statische Version herstellen können. Funktionen wie Kommentare, Pingbacks oder, dass automatische Posten von Blog-Posts funktioniert dann natürlich nicht. Aber wenn man drauf verzichten kann, spart man eine Menge Ladezeit.

Wie auch immer, diese ganzen Static Site Generatoren waren schwierig zu installieren. Der eine braucht Ruby, der andere arbeitet mit Go und der nächste will mit Python bedient werden. Ich habe schon soviel über WordPress gelernt, bin schon so in der Materie drin, so wirklich trennen möchte ich mich nicht von WordPress.

Ich habe dann die Tipps aus dem Buch von David Keulert befolgt und dachte, ich programmiere mir auch noch selbst ein Theme dazu.

 

 

Wenn man maximale Kontrolle hat über das was die WordPress Website so tut, dann kann man schon eine Menge Ladezeit sparen. Minimalismus ist hier die Königsdisziplin. Ich habe mir im Internet etwas Inspiration geholt. Da gibt es Seiten wie http://mnmlist.com/, http://dailyjs.com/ oder auch die Seite von David https://fastwp.de/. Diese Seiten kommen ohne Cookies aus, haben ein sehr minimalistisches aber eben zweckmäßiges Design und eine rasante Ladezeiten.

 

 

Aber genau das ist es ja worum es geht beim Design. Design ist nicht nur wie etwas aussieht, es geht auch darum wie etwas funktioniert. Was braucht ein Blog wirklich?

Eine statische Website wäre natürlich optimal, aber ich möchte weiterhin WordPress als CMS nutzen und mich weiter damit beschäftigen. Die Community ist riesig und die Features beinah unendlich.

Weniger ist mehr, auch im Webdesign

Ich bin sowieso ein Fan davon mit weniger mehr zu erreichen. Alles was ich habe passt in den Van, was ich nicht habe, brauche ich nicht. Ich versuche ständig zu optimieren.

Was kann ich noch loswerden?
Brauche ich das wirklich?
Benutze ich das wirklich?

Und das sind Fragen die man sich im Webdesign auch stellen sollte. Jedes Features, jedes Script, jedes Bild, jede CSS Regel bringt Gewicht mit sich. Gewicht das der User über sein Smartphone oder den Computer herunterladen und der Server bereitstellen muss. Mein selbstgebasteltes Theme hat eine Größe von ca. 17 kb das ist im Vergleich zu Twenty Sixteen, dass mit ca. 850 kb daherkommt, ein Riesenunterschied.

Natürlich hat das Twenty Sixteen mit Sicherheit auch viel mehr Features. Allerdings braucht ja nicht jeder User diese Features.

Ich finde die Entwicklung zur Zeit sehr spannend. Ich will sehen, wo es hingeht, was andere Webdesigner, mit den Tools zu dieser Zeit zur Verfügung stehen, möglich machen. Der Trend im professionellen Bereich geht meiner Meinung nach stark in Richtung Performance Optimierung. Denn schnelle, minimalistische Websites, sehen meiner Meinung nach nicht nur cool aus, sondern werden auch von Suchmaschinen geliebt.

Ich bleibe auf jeden Fall erstmal bei WordPress. Lerne mehr über die Theme-Programmierung, Performance Optimierung und minimalistisches Design.

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