Denis Sandmann

GoPro Hero 4 Black Edition Tutorial Einführung

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Viele kaufen sich eine GoPro und wissen gar nicht so recht, was die Kamera eigentlich alles kann. Ich arbeite schon eine ganze Weile mit den kleinen Kameras von GoPro und möchte hier Anfänger eine kleine Einführung geben.

Allgemeine Einstellungen

Die GoPro Hero 4 Black Edition hat unglaubliche Videofunktionen. Es stehen verschiedene Auflösungen und Bildwiederholraten (FPS) zur Verfügung. Das Erste, was man allerdings machen sollte, wenn man in Europa filmt, ist die Kamera auf von NTSC auf PAL zu stellen. Das kann man im Menupunkt SETUP machen.

Außerdem kann man hier noch folgende Dinge einstellen:

Wireless: Mit dem Smartphone oder Tablet und mithilfe der GoPro App kann man die Kamera fernsteuern. Benutzt man diese Funktion nicht, sollte man Wireless ausschalten, um Strom zu sparen.

Orientation: Die GoPro kann normal, kopfüber oder selbsterkennend filmen. Ich habe meins immer auf Auto stehen. Allerdings wird die Orientation verriegelt, sobald man die Aufnahme startet. Also vorher Kamera in die richtige Position bringen, dann Aufnahme starten.

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Default Mode: Hier kann man Einstellen ob man standardmäßig Videoaufnahmen, Fotos oder andere Aufnahmen machen möchte.

Quickcap: Wer schnell mal eben etwas filmen möchte, sollte Quickcap aktivieren. So muss man nur noch oben einmal auf den Aufnahmeknopf drücken. Die Kamera springt an und filmt so lang, bis man ein weiteres Mal drückt. Dann geht sie wieder aus.

LEDs: Die GoPro hat ja mehrere LEDs verbaut. Die zeigen einem an ob gefilmt wird. Ich habe meine immer aus, denn ich kann meine Kamera schon blind bedienen und das spart natürlich Strom.

Beeps: Zusätzlich zu den LEDs kann man auch Soundfeedback aktivieren. Mich nervt es total, daher habe ich das auch deaktiviert.

PAL / NTSC: Je nachdem in welchem Land man Videoaufnahmen macht, sollte man das entsprechend Einstellen. In Deutschland und Europa immer PAL in Amerika und einigen anderen Ländern NTSC.

OSD: On Screen Display. Falls man einen Bildschirm für die GoPro hat, kann man sich noch allerlei Infos darauf anzeigen lassen. Sehr hilfreich, daher bei mir aktiviert.

Auto OFF: Um Strom zu sparen, kann sich die GoPro bei Nichtnutzung automatisch ausschalten. Meine Einstellung steht auf 2 Minuten.

Date / Time: Hier kann man Uhrzeit und Datum der Kamera einstellen. So hat man später im Videoschnitt die Möglichkeit Clips nach Uhrzeit und Datum zu ordnen.

Delete: Mit dieser Funktion kann man die SD-Karte der Kamera formatieren (löschen).

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Reset Cam: Falls mal irgendwas schief läuft, kann man immer die Kamera auf die Werkseinstellungen zurücksetzen.

NTSC und PAL: Was ist das?

PAL und NTSC sind 2 Videostandards, die eigentlich eher aus dem Fernsehbereich kommen. Früher hatte man noch keine Flachbildschirme, sondern Röhrenfernseher und die hatten entweder eine Bildwiederholfrequenz von 50 oder 60 Hertz.

Das hängt, damit zusammen das in PAL Ländern wie z.B. Deutschland das Stromnetz mit 50 Hertz arbeitet. In den USA allerdings mit 60 Hertz.

Früher gab es also bestimmte Kameras, die nur für bestimmte Produktionen geeignet waren. Jemand der also für das deutsche Fernsehen eine Produktion gemacht hatte, konnte diese Produktion nicht so ohne Weiteres im amerikanischen TV abspielen.

Heute ist das alles nicht mehr so wichtig. Allerdings bekommt man in Deutschland (PAL) Probleme wenn man mit einer NTSC Kamera filmt. Leuchtstoffröhren, Glühbirnen und andere Lichtquellen erzeugen dann ein flackern auf dem Videomaterial. Außerdem sollte man keine PAL und NTSC aufnahmen im Videobearbeitungsprogramm mischen. Moderne Kameras können meist beides und müssen nur umgestellt werden. Daher sollte die erste Einstellung deiner Kamera die Umstellung von NTSC auf PAL sein.

Auflösung, FPS und FOV

Die GoPro hat eine Reihe von verschiedenen Aufnahmemodi. Der wichtigste ist wahrscheinlich der normale Filmmodus. Aber allein da ergeben sich diese Aufnahmemöglichkeiten:

4K 3840×2160 Pixel @ 24 / 25 FPS
4KS 3840×2160 Pixel @ 24 FPS

2.7K 2716×1524 Pixel @ 24 / 25 / 48 / 50 FPS
2.7KS 2716×1524 Pixel @ 25 FPS
2.7K 4:3 2716×1440 Pixel @ 25 FPS

1440 Pixel @ 24 / 25 / 48 / 50 / 80 FPS

1080S 1920×1080 Pixel @ 24 / 25 / 48 / 50 / 80 FPS
1080 1920×1080 Pixel @ 24 / 25 / 48 / 50 / 90 / 120 FPS

960 1280×960 Pixel @ 50 / 120 FPS

720S 1280×720 Pixel @ 50 / 120 FPS
720 1280×720 Pixel @ 25 / 50 / 120 / 240 FPS

WVGA 768×480 Pixel @ 240 FPS

Allgemein gilt, je höher die Auflösung desto besser. Wenn möglich immer in 25 FPS aufnehmen. 25 Bilder pro Sekunde ist der Standard für Videoproduktionen und das, woran sich die meisten gewöhnt haben. Sehen wir Video in z.B. 50 Bildern pro Sekunde, sieht alles sehr flüssig und ungewohnt aus.

Wichtig ist auch, in welchen Lichtverhältnissen man sich befindet. Je niedriger die Bildwiederholrate ist, desto mehr Licht kann die Kamera aufnehmen und desto heller- und rauscharmer ist das Videomaterial. Geht man in der Bildwiederholrate höher, um z.B. später das Videomaterial verlangsamen zu können für Zeitlupenaufnahmen, braucht die Kamera etwas mehr Licht, das Bild sieht verwaschener aus und wenn nötig muss digital Licht hinzugefügt werden, was zu rauschen im Videomaterial führt.

Außerdem hat die GoPro noch eine weitere Funktion. Durch das Fisheye Objektiv hat man einen extremen Weitwinkel. Je nachdem was man filmen möchte, kann man den Weitwinkel voll ausnutzen oder reduzieren. 4KS ist weiter als 4K bei einem FOV (Field of View) von Wide (W). Bei manchen Auflösungen kann man zwischen Wide, Medium und Narrow auswählen, andere bieten nur eine oder zwei Optionen an. Als Grundlegel gilt hier, je weiter der FOV eingestellt ist desto mehr sieht die Kamera, gerade Flächen und Linien am Rand werden allerdings rund. Die Verzerrung ist immer mittig am niedrigsten.

Ich benutze meist 1080 @ 25 FPS & FOV: Wide

Was ist Protune und warum sollte man es immer einschalten?

Normalerweise erledigt die GoPro alle weiteren Einstellungen von selbst. Wenn man allerdings maximale Qualität aus der Kamera herausholen will, sollte man Protune aktivieren.

Als Erstes wird die Bitrate der Videoaufnahmen auf 60 Mbit/s erhöht, das führt zu einer allgemein höheren Qualität der Videoaufnahmen. Außerdem eröffnet Protune diese neuen Einstellungsmöglichkeiten:

White Balance: Auto / 3000K / 5500K / 6500K / Native

Wenn man später die Aufnahmen mit Aufnahmen von anderen Kameras mischen möchte, sollte man diese Einstellung auf Native setzen. So kann man später Farbanpassungen einfacher vornehmen. Ich lasse meine Einstellung sonst immer auf Auto.

Color: GoPro / Flat

Auch hier sollte man, falls man die Aufnahmen mit Aufnahmen von anderen Kameras mischen, möchte die Einstellung Flat wählen. Falls nicht erzeugt die GoPro Einstellung eine schöne Farbtemperatur.

ISO: 400 / 1600 / 6400

Je schlechter die Lichtverhältnisse desto höher sollte die Einstellung sein. Allerdings sieht man ab 1600 schon leichte Artefakte in den schwarzen Bereichen. 6400 ist fast unbrauchbar. Ich lasse meine Einstellung meist auf 1600 als Allroundeinstellung. Bin ich in sehr guten Lichtverhältnissen, stelle ich ISO auf 400.

Sharpness: LOW / MED / HIGH

Hier wird festgelegt, ob die Kamera digitale Schärfe hinzufügen soll. Ich lasse meins meist auf HIGH stehen, damit ich superscharfe Aufnahmen bekomme. Möchte ich später noch etwas nacharbeiten, dann stelle ich das Ganze auf LOW.

EV COMP: -2 / -1.5 / -1 / -0.5 / 0 / +0.5 / +1 / +1.5 / +2

Wenn man möchte, kann man das Videomaterial über oder unterbelichten. Ich lasse meins meist auf 0 stehen. Möchte ich mehr Details einfangen, gehe ich runter auf -1.

Low Light und Spot Meter

Es gibt 2 Einstellungen, auf die ich bewusst noch nicht eingegangen bin. Einmal der Low Light Modus und Spot Meter.

Der Low Light Modus ist nicht in jedem Aufnahmemodus verfügbar und wird erst freigeschaltet, wenn es Sinn ergibt, ihn zu aktivieren. Nehmen wir an man filmt in 1080 (1920×1080 Pixel) @ 120FPS in schlechten Lichtverhältnissen. Dann sollte man auf jeden Fall den Low Light Modus aktivieren. Die Kamera versucht nun das digitale Bildrauschen zu reduzieren und das führt zu besseren Videoaufnahmen.

Spot Meter hingegen sollte man immer dann nutzen, wenn man von einem dunklen Ort in einen hellen Ort filmt. Nehmen wir an, man sitzt auf dem Rücksitz eines Autos und filmt die Fahrt nach vorn, dann macht es Sinn Spot Meter zu aktivieren.

Time Lapse Video

Eine relativ neue coole Funktion die erst kürzlich mit einem Update kam ist Time Lapse Video. Wer Zeitrafferaufnahmen erstellen will, musste früher mehrere Tausend Bilder aufnehmen und diese dann einzeln zu einer Videodatei zusammensetzen.

Die GoPro kann das jetzt mit diesem Modus automatisch. Das spart sehr viel Zeit. Time Lapse Videos lassen sich nur in 4K aufnehmen. Das Einzige was man einstellen kann ist der Abstand in denen Bilder gemacht werden sollen.

Zur Auswahl stehen hier Abstände von 0.5 / 1 / 2 / 5 / 10 / 30 und 60 Sekunden. Man kann sich sehr leicht ausrechnen, was man braucht, um gute Aufnahmen zu bekommen.

Nehmen wir an ich möchte den Eingangsbereich einer Diskothek filmen. Ich rechne mit einem großem Ansturm der ca. 60 Minuten dauert. Später im fertigem Video möchte ich ca. 10 Sekunden Zeitraffer Aufnahme verwerten. Mein Video hat eine Ausgangsbildwiederholfrequenz von 25 Bildern pro Sekunde (FPS).

10 Sek Zeitraffer = 250 Bilder
60 min = 3600 Sekunden
3600 Sekunden / 250 Bilder = 14,4

Also müsste ich ungefähr alle 15 Sekunden ein Bild machen, damit ich von einer Stunde Action 10 Sekunden Zeitrafferaufnahme habe.

Fotos mit der GoPro

Die GoPro kann natürlich auch Fotos machen. Der normale Fotomodus macht 1 Foto. Auch hier kann man die Auflösung in Form von Megapixeln wählen, Spot Meter aktivieren und mit Protune arbeiten.

Interessant finde ich aber den CONTINUOUS Modus und den Night Modus. Ersteres macht unendlich viele Bilder in den gewählten Abständen. Im NIGHT Modus kann man den Shutter manuell einstellen. Je höher, desto mehr Licht kann die Kamera einfangen. Allerdings sollte man dafür ein Stativ benutzen, denn je länger die Kamera braucht um ein Foto zu schießen desto größer ist die Gefahr das die Kamera oder das Objekt was fotografiert wird verwackelt.

Multi Shot

Wer allerdings von etwas actionreicherem Fotos machen möchte, sollte den Multi-Shot Modus benutzen. In der Burst Einstellung kann man z.B. innerhalb von 2 Sekunden 10 Fotos machen. So hat man min. 1 gutes Fotos was perfekt passt.

Man kann auch Time Lapse Aufnahmen im Fotomodus machen, allerdings muss man die Fotos dann später selbst zusammenführen.

Im Night Lapse Modus lassen sich coole Aufnahmen vom Sternenhimmel machen. Mithilfe des Shutters kann man die Belichtungszeit einstellen. Je dunkler desto höher sollte der Shutter sein.

Immer die optimalen Einstellungen

Das wars soweit mit meiner kleinen Einführung zur GoPro Hero 4 Black Edition. Wichtig ist immer das man jede Menge selbst ausprobiert. Was funktioniert in welcher Situation am Besten?

Ich probiere immer noch aus und entdecke immer neue Einstellungsmöglichkeiten, die sich in verschiedenen Situationen bewähren.

Hat dir mein GoPro Hero 4 Black Edition Einleitung geholfen? Wofür nutzt du die kleine Action-Cam? Ich freue mich über deinen Kommentar.

Veröffentlicht am: 14. Juni 2015
Kategorie: Gedanken, Technik
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