Denis Sandmann

Buy Nice or Buy Twice: Gute Kleidung, ruhiges Gewissen

Eine Sache die die meisten Menschen meiner Meinung nach überkonsumieren sind Klamotten. Ganz ehrlich, ich finde die Meisten haben einfach zu viele Kleidungsstücke. Klar wer vielleicht Modedesigner oder Topmodel ist, braucht eine gewisse Größe an Kleiderschrank um auch entsprechend aussehen zu können, aber selbst Normalmenschen haben Kleiderschränke die schon gar nicht mehr zugehen weil einfach zu viel drin ist.

Ich habe früher auch jede Menge Kleidung gehabt. Doch irgendwann hat mich shoppen richtig genervt. Losgehen, was aussuchen, anprobieren, kaufen, tragen, waschen, bügeln, anziehen, wenn es kaputt ist reparieren oder ersetzen und dann beginnt alles wieder von vorne. Bevor ich meine Wäsche selbst gewaschen habe, war mir das gar nicht so richtig bewusst. Doch jetzt wo ich so ziemlich alles selbst mache, merke ich erst wie viel Zeitaufwand das ist. Alles was ich trage muss ich ja letztendlich auch waschen, aufhängen, abhängen, vielleicht sogar bügeln und dann einräumen. Auch der Aspekt das Kleidung vielleicht schnell kaputtgeht und ich dann aus eigener Tasche diese Dinge ersetzen muss gibt mir zu denken.

Mittlerweile ist es so, dass ich versuche mich auf wenige hochwertige Kleidungsstücke zu beschränken. Ich setze dabei fast ausschließlich auf Wolle. Das mache ich aus verschiedenen Gründen:

Ich habe keine Lust auf Plastik:
Wolle ist eine Naturfaser also weniger Plastik, mehr Natur.

Ich habe keine Lust auf waschen:
Kleidung aus Wolle muss nicht so oft gewaschen werden wie Kleidung aus anderen Fasern. Meinen Wollpullover wasche ich vielleicht alle 3 – 6 Monate. Meist reicht lüften aus.

Langlebigkeit:
Wolle soll 6x länger als Baumwolle halten.

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Kein Bügeln:
Mein Wolloberhemd muss so gut wie nie gebügelt werden.

Temperaturkontrolle:
Wolle ist im Winter warm und im Sommer kühl.

Weniger Geruch:
Wolle soll nicht so schnell Gerüche aufnehmen wie andere Naturfasern.

Sicher hat jede Faser ihre Vor- und Nachteile, ich allerdings finde, dass Wolle bei einer minimalistischen Garderobe klar gewinnt.

Mit Zeit der habe ich gemerkt, was ich wirklich brauche und was ich nicht brauche. Wie lange ich bestimmte Kleidungsstücke tragen kann und wie oft ich waschen muss.

Meine minimalistische Garderobe

Wenn ich mir Kleidung kaufe, achte ich darauf das alles zusammenpasst und das die Kleidung möglichst langlebig ist. Ich gebe lieber 200 Euro für ein Paar Schuhe aus und habe da 5 Jahre was von, anstatt 3x im Jahr 20 Euro für ein Paar Schuhe zu bezahlen. Ich kümmere mich gern um meine Gegenstände, pflege sie und habe dann länger was davon.

Meine Garderobe besteht also aus diesen Kleidungsstücken:

2 T-Shirts aus Wolle:

Merino T-Shirts sind eine echt coole Sache. Selbst nach einem langem heißem Tag, riecht man kaum nach Schweiß Die Shirts trocknen ultraschnell und können auch auf Reisen mal eben schnell mit der Hand gewaschen werden.

Wollhemd:

Ich persönlich trage gern Hemden. Wenn ich ganz allein leben würde, dann würde ich wahrscheinlich wie im Mittelalter gekleidet herumlaufen. Ich könnte mir vorstellen das die Tunika ein unglaublich einfaches und gemütliches Kleidungsstück ist. Allerdings ist eine Tunika für das 21. Jahrhundert in der Gesellschaft nicht unbedingt akzeptiert. Ich setze daher auf ein Oberhemd aus Merino Wolle. Stinkt nicht, muss nicht gebügelt werden und sieht gut aus.

Wollpullover:

Mein Wollpullover ist mein schwerstes und wärmstes Kleidungsstück. Ich trage ihn bei jedem Wetter, egal ob es kalt ist oder regnet. Auch wenn Wolle nass wird, hält sie noch ziemlich warm. Anders als bei anderen Fasern wie z. B. Baumwolle die, wenn sie nass wird, kühlt.

Einfache Baumwollhose:

Eine Hose aus Wolle die man im Alltag gut tragen kann habe ich noch nicht gefunden. Daher setze ich auf eine ganz normale Baumwollhose.

Sporthose / Badehose:

Für sportliches wie Laufen oder Schwimmen, habe ich eine einfache Sporthose aus Kunstfaser. Nach einem langen Tag, ist das auch genau die richtige Hose fürs Sofa.

Socken und Unterwäsche:

Ich denke bei Unterwäsche und Socken muss jeder selbst entscheiden, mit wie viel Kleidungsstücken er sich wohl fühlt. Ich bin meist barfuß, in Schlappen oder Barfußschuhen unterwegs und brauche daher nicht so viele Socken. Ein dickes und ein dünnes Paar reicht mir, falls ich mal kalte Füße bekommen sollte.

Lederschlappen:

Meine jeden Tag Schuhe sind ein Paar Birkenstock-Sandalen. Ich finde die Teile super, weil man kann zwischendurch mal eben barfuß laufen. Ich mag es nicht, wenn man nach Hause kommt und die Füße nach mehreren Stunden aus einer Leder- und Plastikhöhle befreit, wahrscheinlich ist das nicht so gesund für die Füße.

Barfußschuhe:

Wenn es mal etwas zivilisierter aussehen soll, dann habe ich ein paar Sole Runner Barfußschuhe. Die kann man ohne oder mit Socken tragen. Für mich die besten Schuhe, wenn man Schuhe tragen muss. Man fühlt sich wie als würde man barfuß laufen obwohl man Schuhe trägt, denn die Sohle ist so dünn, dass man sie kaum merkt.

Leder Boots:

Für die wirklich kalten Tage oder an Tagen an denen die Gefahr besteht, dass ich meine Füße verletze, habe ich ein paar Dr. Martens 1460 Boots. Mit einem paar dicken Wollsocken absolut unschlagbar. Hält die Füße warm, sieht gut aus und hält extrem lange. Ich habe schon Leute gesehen die in Dr. Martens Boots herumlaufen die über 5 Jahre alt sind.

Minimalistische-Geraderobe (2)

Regenponcho:

Anstatt eine Jacke habe ich einen Regenponcho. Den benutze ich nur, wenn es wirklich richtig stark regnet. Ansonsten ist die Wollkleidung ziemlich wasserabweisend. Solange man sich in der Zivilisation befindet, ist eine Möglichkeit zum Unterstellen nicht weit entfernt.

Just in Case:

Das wars eigentlich mit meiner ganzen Garderobe. Ich habe noch diese Kleidungsstücke die ich so „just in case“ da habe, falls ich mal etwas mit Farbe oder Öl machen muss, möchte ich mir nicht meine gute Kleidung zerstören.

  • 1x Jeans
  • 1x Stoffhose
  • 1x Business-Jacket
  • 1x Baumwollshirt

Die Kleidung lagern

Die Meisten lagern ihre Kleidung wahrscheinlich in einem Schrank. Ich allerdings habe kaum eigene Möbel. Daher reicht mir eine Schublade in der Kommode meiner Freundin und ein paar Kleiderbügel an der Kleiderstange. Mein Pullover und der Poncho lagert meist in meinem Rucksack, so habe ich die beiden Dinge immer zur Hand wenn ich sie wirklich brauche.

Wenn man viel unterwegs ist, kann ich nur empfehlen das man sich solche wasserdichten Packsäcke besorgt und darin die Kleidung lagert. Alles wasserdicht verpackt und der Inhalt kann komprimiert werden. So spart man sich ein bisschen Packmaß und man hat mehr Platz für andere Dinge.

Ich finde so eine minimalistische Garderobe macht nicht nur mehr Platz für andere Dinge, sondern verschafft mir auch mehr Zeit, denn wenn ich morgens aufstehe, dann ziehe ich einfach das an was ich am liebsten anziehe, denn jedes meiner Kleidungsstücke ist ein Lieblingsstück und ich muss morgen nicht überlegen: „Was ziehe ich heute an?“.

Wie siehts bei dir aus? Wie oft kaufst du Kleidung und ist dir die Langlebigkeit wichtig? Worauf achtest du besonders? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

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