Denis Sandmann

Kein Bock was zu kaufen

Anfangs als ich mich mit Minimalismus beschäftigt hatte, kam oft die Lust etwas Neues „minimalistischeres“ zu kaufen, um einen oder mehrere Gegenstände zu ersetzen. Eigentlich total idiotisch, weil Minimalismus grade doch das nicht wegwerfen bzw. mit dem auskommen, was man hat, unterstützt.

Mittlerweile ist das ganz anders. Irgendwie habe ich gar kein Bock mehr irgendwas zu kaufen, zu recherchieren was besser ist, als das was ich zurzeit habe oder mich mit neuen Produkten zu befassen. Die bahnbrechendsten Erfindungen sind längst Realität und so schnell wird nichts mehr auf den Markt kommen, was mein Leben grundlegend verändern könnte.

Oft sind wir in Einkaufszentren einfach um das WLAN zu nutzen, ein paar Downloads zu starten, Backups zu machen, Laptops aufzuladen. Natürlich arbeite ich auch oft in Cafes. Aber nachdem alles fertig ist und wir bereit sind weiter zu fahren, schlendern wir oft noch so durch die Geschäfte. Da fallen mir viele Dinge auf die zwar irgendwie cool sind, aber ich will nichts davon haben. Weil ich 1. gar keinen Platz dafür habe und 2. keine Lust habe für XY Gegenstand meine Lebenszeit in Form von Geld auszugeben. Ich kann auch ohne die Dinge weiterleben. Ich kann auch ohne das neuste Gadget alles tun, was ich möchte.

Zum ersten mal in meinem Leben habe ich keine Wünsche in Form von Materiellem. Außer vielleicht einen größeren Van und ein Grundstück zum Gemüse anbauen. Ansonsten bin ich wunschlos glücklich. Eine bessere Kamera macht mich nicht zu einem besseren Fotografen. Der alte Wasserkessel funktioniert immernoch einwandfrei. Klar kann man hier und da was verbessern. Aber das ist überhaupt nicht wichtig für mich. Für mich zählt zurzeit nur die Erfahrung. Was mache ich mit meiner Zeit? Wie kann ich sie am besten nutzen? Die bestmögliche Ausnutzung meiner Zeit, das ist, das was mich zurzeit glücklich macht und beschäftigt.

Schreibe einen Kommentar