Denis Sandmann

Primus Omnifuel im Langzeiteinsatz

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Auf der Suche nach einem einfachen, im Ausland nutzbaren und unkomplizierten Kocher für Campingreisen. So könnte man sagen, fing das Ganze an.

Als wir noch mit dem Hotel Doblo unterwegs waren, hatten wir uns vor der Reise für einen Spirituskocher entschieden. Wochen zuvor durchsuchte ich das Internet nach allen möglichen Kochsystemen für Camping- und Trekkingreisen. Doch die meisten Lösungen waren nicht darauf ausgelegt möglichst wenig Müll zu produzieren. Ich konnte mich nicht mit dem Gedanken anfreunden jede Woche eine Gaskartusche in den Müll zu werfen oder immer wieder Esbit-Steine zu kaufen. Dazu kam die mangelnde Verfügbarkeit der verschiedenen Brennstoffe im Ausland. Es gibt viele verschiedene Systeme und daher passt nicht jede Gaskartusche auf jeden Gaskocher.

Es schien kompliziert, fast unmöglich eine nahezu müllfreie und einfache Lösung zu finden. Ich erfuhr dann über ein YouTube Video von Spirituskochern, deren Einfachheit und die unkomplizierte Beschaffung von Brennstoff. Spirituskocher verbrennen so ziemlich jeden Alkohol und einen Baumarkt, indem man so ziemlich jede Form von Alkohol bekommt, gibt es in fast jedem Land.

Ich besorgte mir vom Ultralight Trekking Onlineshop einen Spirituskocher und fing an aus Dosen eigene Versionen zu bauen. Das System hat eine ganze Weile ganz gut funktioniert, ist allerdings in meinen Augen keine Dauerlösung bzw. keine Lösung, die man täglich nutzen möchte. Der Brennstoff ist zwar überall gut zu bekommen, rußt aber je nach Qualität teilweise sehr stark. Der erhöhte Wasserverbrauch um die Töpfe sauber zu halten war auch schwierig zu halten und daher sagten wir uns, für das nächste Fahrzeug sollte es ein richtiger „Herd“, ein richtigen Kocher, mit dem man auch wirklich gute Sachen zubereiten kann, sein.

Wir wussten noch nicht, ob das nächste Fahrzeug ein Transporter oder ein Allradfahrzeug ala Jeep wird, aber wir wussten, wir wollen einen vernünftigen Kocher, der sich auch langfristig im Ausland einsetzen lässt.

Aber was nehmen? Gaskocher? Spirituskocher? Esbit? Holzkocher? Benzinkocher? Oder vielleicht doch komplett drauf verzichten?

Nach ausgiebiger Internetrecherche lernte ich Multi-Kocher kennen. Diese Kocher können so ziemlich alles verbrennen. Benzin, Kerosin, Diesel oder verschiedene Gase. Egal was Hauptsache es flüssig und hoch entzündlich.

Wir besorgten uns dann den Primus Omnifuel. Einen kompakten weitverbreiteten Multikocher. Dazu ein Topfset, damit man die Energie des Kochers optimal nutzen kann.

So ein Multifuel-Kocher ist für uns die ideale Lösung, denn wir haben sowieso immer Diesel dabei. Dazu gibt es Diesel oder Benzin (glaube ich) in jedem Land, das ich mit dem Auto bereisen kann. Wir verabschiedeten uns von den Baumarkttrips und konnten ab jetzt mit Diesel kochen. Ganz nebenbei spart man auch noch etwas Geld, weil Diesel wesentlich günstiger ist als Spiritus oder Gas.

Omnifuel im Detail

Der Primus Omnifuel besteht aus 3 wesentlichen Teilen. Man hat den Kocher selbst, den Regler sowie den Brennstoffschlauch an dem an wahlweise eine Gaskartusche oder die Primus Brennstoffflasche anschließen kann. Die Verarbeitung ist trotz der leichten Konstruktion 1A. Der Kocher macht einen robusten Eindruck und sollte selbst den harten Reisealltag mehrere Jahre überstehen.

Der Betrieb mit handelsüblichen Gaskartusche ist kinderleicht. Kartusche anschrauben, aufdrehen, Regler einstellen und anzünden. Schon kann man kochen. Aber dafür zahlt man ja auch bei der Gaskartusche für die einfache Handhabung.

Fast genauso funktioniert es auch mit Benzin, Diesel oder Kerosin. In die Brennstoffflasche füllt man den Brennstoff ein und setzt diese mit der Pumpe unter Druck. 20 Pumpstöße genügen bei einer vollen Flasche.

Dann dreht man entsprechend den Regler am Kocher auf und zündet den Brennstoff an. Im Dieselbetrieb heizt man zunächst den Kocher, indem man einige Tropfen Diesel auslaufen lässt, dann den Regler wieder schließt und mit einem Feuerzeug den Diesel anzündet, sodass dieser den Kocher auf eine Betriebstemperatur bringt. Hat der Kocher die Betriebstemperatur erreicht, öffnet man den Regler wieder und kann dann wie gewohnt kochen. Das Verhalten der Flamme ist ähnlich wie im Gasbetrieb und daher ist der Omnifuel im Dieselbetrieb für mich eine echte Dauerlösung.

Das einzige was man beim Wechsel der verschiedenen Brennstoffe machen muss, ist die Düse zu wechseln. Es stehen 3 Düsen zur Verfügung. Eine Düse ist für den Gasbetrieb gedacht, eine weitere für Benzin und Kerosin, die dritte Düse ist für den Dieselbetrieb. Durch das Wechseln der Düse optimiert man den Brennstoffverbrauch und bekommt eine gleichmäßige Flamme, auf der sich gut kochen lässt.

Die Düsen lassen sich leicht mit dem mitgelieferten Werkzeug wechseln, während die Düsen, die zurzeit nicht gebraucht werden, im Standfuß des Kocher eingeschraubt werden können.

Einsatzbereiche des Omnifuel

Der Omnifuel ist ein mit ca. 369 g ein Leichtgewicht und lässt sich überall hin mitnehmen. Wir nutzen den Kocher hauptsächlich am Stellplatz draußen vor dem Fahrzeug, oder falls es mal regnet im Fahrzeug, dann aber nur mit Gaskartusche. Hin und wieder buchen wir auch eine Unterkunft über Airbnb und dort kam es schon oft vor, dass die Gastgeber nur sehr schwache Elektroherdplatten zur Verfügung stellen. Um ein paar Nudeln zu kochen, reicht das sicher aus. Wenn man aber mal einen Fisch braten möchte, dann sollte man ordentlich Zeit mitbringen. Seitdem wir den Kocher haben, war er selbst in den Wohnungen im Einsatz, um möglichst heiß zu braten oder als Ausweichkochplatte, weil ansonsten nur 2 vorhanden waren.

Doch der Omnifuel ist nicht auf unseren Einsatzbereich beschränkt. Ich sehe den Omnifuel auch zu Hause auf Motorradreisen, Fahrradreisen, 4×4 Offroad-Touren und Backpacking bzw. Trekkingtouren, an Bord auf Reisen mit dem Schiff/Segelboot und natürlich auf Reisen in Länder, in denen eine einheitliche Kraftstoffversorgung nicht immer gewährleistet ist.

Dadurch, dass der Kocher so leicht ist und Brennstoff so ziemlich immer verfügbar ist, gibt es in Sachen Einsatzbereich keine Grenzen.

Ich finde der Omnifuel ist nicht unbedingt nur ein Reisekocher. Wenn ich für mehrere Monate in der Wildnis Kanadas in einer Hütte leben würde, dann wäre der Omnifuel auch ideal.

Wir haben mit dem Kocher nicht nur leckere Speisen zubereitet, sondern auch schon unser Fahrzeug repariert. Die Flamme des Omnifuel ist so heiß, dass ich provisorisch den Omnifuel zusammen mit einem Stück Metall als Lötkolben nutzen konnte.

Zubehörempfehlungen

Neben dem Omnifuel braucht man natürlich noch andere Dinge, um ein gutes Essen zuzubereiten. Daher empfehle ich hier ein paar Produkte, die uns zusammen mit dem Omnifuel sehr gut gefallen.

Omnifuel Repair Kit

Primus hat für den Kocher ein Repair-Kit im Angebot, welches ein paar Ersatzteile enthält. Da der Kocher doch schon recht komplizierte Technik enthält, ist eine regelmäßige Wartung vorausgesetzt. Das Reinigen der Düse funktioniert mit dem mitgelieferten Werkzeug ganz gut und ist in unter einer Minute erledigt, aber was ist, wenn die Pumpe mal keinen Druck mehr aufbaut?

Bei uns ist bisher bei über 100 Einsätzen noch nichts kaputt gegangen. Bis auf eine verstopfte Dieseldüse hat der Kocher problemlos seinen Dienst geleistet. Wer allerdings länger mit dem Kocher unterwegs ist und sich auf die Funktion verlassen muss, der sollte ein paar Ersatzteile dabei haben. In diesem Set findet man alles, was man braucht.

Windschutz

Um Brennstoff zu sparen, empfiehlt es sich einen Windschutz zu kaufen. Primus liefert einen leichten Aluminium-Windschutz mit. Der ist allerdings nicht sehr stabil und eher für Leute geeignet die aufs Gewicht achten müssen.

Wir hatten für unseren Spirituskocher ebenfalls einen Windschutz aus Aluminium im Einsatz. Dieser ist allerdings etwas stabiler und lässt sich im Boden verankern.

Wer seine kostbare Hitze nicht dem Wind überlassen möchte und das Gewicht verkraften kann, dem empfehle ich diesen Windschutz.

Brennstoffkanister

Der Omnifuel kommt mit einer 0,7 L Brennstoffflasche. Wenn man täglich Frühstück und Mittagessen für 2 Personen auf dem Kocher zubereitet, reicht das im Dieselbetrieb für ca. 5 Tage. Wer länger unterwegs ist, der sollte sich einen Benzinkanister besorgen und dort Diesel bzw. Benzin lagern und dann entsprechend umfüllen.

Primus Topfset

Primus hat neben dem Omnifuel auch Kochzubehör im Angebot. Speziell das Aluminium-Topfset Prime Tech ist für den Einsatz mit dem Omnifuel konzipiert. Unten am Kochtopf befindet sich ein Wärmetauscher, der dafür sorgt, dass die Wärme viel besser übertragen wird.

Das funktioniert wirklich sehr gut, und obwohl ich nicht so der Aluminium-Fan bin, kommt der Topf öfter zum Einsatz als den Primus-Edelstahl-Topf den wir dabei haben. Auch um Wasser für den Abwasch zu erhitzen, ist der Wärmetauscher ideal, denn man verbraucht spürbar weniger Brennstoff.

Nicht so gut, finde ich den Kunsttoffdeckel für den Topf. Dieser hat sich schon sehr früh verformt ist aber trotzdem noch nutzbar.

Fazit

Für uns ist die Suche nach dem perfekten Kocher beendet. Der Omnifuel ist wirklich die Eierlegende-Wollmilchsau, wenn es darum geht, auf Reisen und Expeditionen eine zuverlässige Kochlösung bereitzustellen. Das Bekochen von bis zu 6 Personen sollte mit dem Kocher problemlos funktionieren, denn er hat ordentlich Power.

Wer so wir wie eine Dauerlösung sucht die müllarm, wartungsarm und möglichst nah an das Kocherlebnis Zuhause rankommt, dem möchte ich den Primus Omnifuel empfehlen.

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Veröffentlicht am: 3. September 2018
Kategorie: Reisen, Reviews

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