Denis Sandmann

Kleine Roststellen am Auto selbst ausbessern

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Manchmal frage ich mich warum man Autokarosserien nicht einfach aus Materialien baut, die nicht rosten. Wird schon seine Gründe haben. Vielleicht um Lackierer und Schweißer weiterhin mit Aufträgen zu versorgen oder weil es einfach keine Alternative gibt.

Der Fiat Doblo den ich mir vor einigen Wochen gekauft habe, hatte ein paar Stellen die mir nicht sehr gut gefielen. Eine davon hatte sogar Rost angesetzt. Bevor mir das Fahrzeug weiter verrostet, wollte ich was dagegen unternehmen. Hier also die Anleitung wie man als Laie kleine Roststellen am Auto selbst ausbessert.

 

Da gibts natürlich viele Möglichkeiten. Wer eine Menge Geld hat geht zum Lackierer. Wer Geld sparen möchte und wem kleine Schönheitsmakel nicht stören, der machts selber.

Mein Plan war, den Rost und den umliegenden Lack wegzuschleifen, mit Rostentferner zu behandeln und dann die Stelle neu zu lackieren.

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Projekt: Der Rost muss weg – Materialbeschaffung

Im Internet bestellte ich mir einen Lack zum Sprühen direkt aus der Dose. So braucht man keine Sprühpistole mit Kompressor. Für kleinere Arbeiten jedenfalls ausreichend. Würde ich ein komplettes bzw. größeres Teil lackieren würde ich mir lieber das nötige Werkzeug leihen. Wenn man den Farbcode seines Fahrzeugs kennt, dann können die Jungs von www.profiautolacke.de genau den Farbton mischen den man braucht.

Normalerweise findet man den Farbcode irgendwo am oder im Auto. Aber ich wurde aus den ganzen Zahlen und Codes nicht schlau, wusste auch nicht wie ein Farbcode aussieht und hab deshalb einfach mal eben beim Hersteller des Fahrzeugs angerufen. Die haben mir dann den Farbcode 368 VERDE FLAG genannt.

Der Lack kommt in einer ganz normalen Spraydose, wie man das von anderen Lacken oder Grafittispraydosen kennt.

Neben dem Lack braucht man noch:
Schleifpapier 150 & 400
Rostumwandler
Isopropanol
Spachtelmaße (falls Dellen / Beulen auszuspachteln sind)
Abklebeband
– Material zum Abkleben z.B. Zeitung oder eine Malerplane
Schutzanzug
Mundschutz
Klarlack falls das Auto einen glänzenden Lack hat

Rost entfernen

Bevor ich mit dem Schleifpapier herumhantierte, habe ich den Arbeitsbereich abgeklebt. Erstmal damit ich genau weiß was ich schleifen und lackieren will und damit ich nicht aus versehen andere Stellen abschleife.

Den Rost an sich habe ich einfach bis aufs Blech runter geschliffen und dann mit Rostentferner behandelt. Den Rostentferner habe ich 24 Stunden einwirken lassen. Wichtig ist, dass man die ganze Prozedur möglichst bei gutem Wetter oder in einer Garage durchführt, da sonst Sand, Staub oder Insekten einem die frisch lackierte Stelle wieder ruinieren.

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Die erste Lackschicht kommt drauf

Nachdem der Rost entfernt wurde, habe ich die erste Lackschicht aufgetragen. Vorher muss man natürlich das Fahrzeug abkleben. Am besten alles abkleben, jeden Winkel. Denn der Lack aus der Sprühdose fliegt überall hin. Also Vorsicht falls andere Autos in der Nähe sind. Wer nicht aufpasst oder nicht ordentlich abklebt, verbringt viel Zeit mit putzen.

Die Oberfläche habe ich mehrmals mit Isopropanol gereinigt, denn die zu lackierende Fläche muss möglichst fett und schmutzfrei sein damit der Lack optimal hält.

Die Sprühdose dann beim Sprühen mit gleichmäßigen Bewegungen und einer halben Armlänge von der zu lackierenden Stelle entfernt führen.

Ich habe beim Lackieren noch einen Anzug und einen Mundschutz getragen. So bleiben die Klamotten und die Lunge sauber.

Die zweite Lackschicht und der Klarlack

Nach einigen Stunden ist die erste Lackschicht getrocknet. Ich habe mich dann für eine zweite Schicht entschieden. Also wieder mit dem Schleifpapier arbeiten. Alles so glatt wie möglich schleifen, mit Isopropanol reinigen und wieder lackieren.

Je gleichmäßiger man arbeitet, desto besser sieht das Ergebnis nachher aus.

Ist die zweite Lackschicht getrocknet, nun man für sich selbst entscheiden ob das so genügt oder ob noch eine weitere Schicht nötig ist. Natürlich kann man immer wieder den Lack herunterschleifen und die Lackierung wiederholen bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist.

Für mich war das so in Ordnung. Also Sprühdose mit Klarlack raus, Stelle reinigen und mit Klarlack lackieren.

Autoteil selbst lackieren: Das Ergebnis

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Ich finde für mich als unerfahrenen Lackierer, also für jemanden der noch nie ein Auto lackiert hat, ist das wirklich gut geworden. Ich hätte vielleicht nach jeder Schicht das Abklebeband sofort abziehen müssen. Dann hätte sich nicht diese Kante gebildet. Ein weiterer Punkt ist, dass der Originallack schon über 10 Jahre alt ist. Da verblasst natürlich die Farbe. Ich habe dann die Stelle nochmal gründlich mit Isopropanol gereinigt und fahr nun schon seit einigen Wochen damit.

Viele sagten mir, das bringt nichts, der Rost kommt immer wieder. Aber bis jetzt hat alles gut gehalten. Vielleicht kommt er wieder, wer weiß. Ich bin jedenfalls mit dem Ergebnis zufrieden und würde es jedem empfehlen der verhindern möchte das sein Auto langsam aber sicher wegrostet.

Update: Nach ca. 10 Monaten sieht die Stelle immernoch sehr gut aus. Der neue Lack ist nicht abgeblättert und hält immernoch wie am ersten Tag. Der große Unterschied zwischen der neuen und der alten Lackierung ist mit der Zeit auch verblasst und mittlerweile sieht man fast nicht mehr das dort mal überlackiert wurde.

 

Veröffentlicht am: 24. November 2016
Kategorie: DIY, Reisen, Technik
Tags: , , ,


Kommentare

Legt man selbst Hand an kann man auf jeden Fall ne Menge an Geld sparen …Die Arbeitsmittel für solche Aktion halten sich in Grenzen.

Ja das stimmt. Und selbermachen macht auch mehr Spaß 🙂

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