Denis Sandmann

Warum ich mir nicht nochmal einen Apple Computer kaufen würde

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Mein erster eigener Computer war ein Windows PC. Wenn ich mich recht erinnere mit Windows 95 oder 98, ISDN Internetanschluss und allen Spielen die ich aus Zeitschriften sammeln konnte. Für mich war das perfekt. Doch der Rest meiner Familie war mit Apple Computern unterwegs. Meine Ma hatte ihr eigenes Geschäft, klar mit einem Mac. Mein Dad produzierte Musik in seinem Tonstudio klar mit einem Mac. Irgendwann hab ich dann mal einen alten iMac bekommen. Den kultigen mit den Röhrenmonitor, dem durchsichtigem Gehäuse und der UFO-Maus. Das war schon ein geiles Teil. Spiele gabs auch genug und sowieso als Warcraft 3 rauskam war der iMac mein Lieblingscomputer.

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Das Teil machte einfach weniger Probleme. Spiele liefen einfach. Kein DirectX, keine komischen Treiber, es funktionierte einfach. Für mich war das damals perfekt. Aber ich muss sagen, ich habe durch den PC eine Menge über Computer gelernt.

Irgendwann war der iMac natürlich zu lahm und da irgendwie jeder in meiner Familie einen Apfel auf dem Computer hatte, beschloss ich Geld zu sparen und mir auch einen Apple Computer zu kaufen. 800 Euro sollte er kosten. Der Mac Mini mit Intel Core 2 Duo Prozessor. Mein Plan war Zeitung auszutragen, solange bis ich das Geld zusammen hatte. Gesagt, getan. Ein Jahr später hatte ich das Geld zusammen und holte mir den Mac Mini. Dazu eine schöne Alu Tastatur und eine normale USB Maus.

Doch mit der Zeit merkte ich das ein Intel Core 2 Duo und eine Intel GMA 950 nicht ganz ausreichend ist für das was ich so mit meinem Computer vorhatte. Mit Musikprogrammen rumspielen, Warcraft spielen, 3D Modelle basteln und eine riesen Musiksammlung verwalten. All das hab ich mit meinem Mac Mini gemacht.

Ich beschloss den Mac Mini zu verkaufen und mir dafür einen PC selber zu basteln. Für den Mac bekam ich noch ca. 600 Euro und dafür baute ich mir einen Intel Quad Core PC mit 8GB RAM viel Speicher und ner guten Grafik, die Nvidia Geforce 8800GT. Das war der schnellste Computer den ich bis dato hatte. Ich konnte 3D Modelle basteln, Spiele auf Ultra-High spielen und tausend Dinge gleichzeitig laufen lassen. Ein unglaubliches Gefühl. Klar gab es hier und da Probleme, aber mal ehrlich mir gefiel Windows 7 richtig gut.

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Ich tauschte über die Jahre immer mal wieder zwischen Macbook Pro, Lenovo Ideapad, selbstgebauten PCs und zu guter Letzt dem Macbook Air.

Mittlerweile, besonders seitdem Steve Tod ist, bin ich der Meinung das Apple Computer nicht mehr das sind, was sie mal waren. Die Leistung die man fürs Geld bekommt ist mir zu gering und Apple schlägt einen Weg ein den ich nicht mitgehen möchte.

Bitte ohne Apfel. Meine Gründe:

Grund 1: Der Preis

Wenn man mit einem Mac professionell arbeiten möchte, dann muss man auch professionell viel Geld auf den Tisch legen. Ja das Macbook Air gibt es schon für 1000 Euro. Aber wenn man wirklich Leistung haben will, dann wird es schnell mal richtig teuer.

Ich muss zugeben ich habe selten so gut verarbeitete Notebooks und Desktop Computer wie von Apple gesehen, grade die Macbook Konstruktionen aus Alu sind erstklassig. Aber nicht wenn der RAM fest verlötet ist und eine SSD 2x mehr als eine normale 2,5 Zoll SSD kostet.

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Links: 480 GB SSD für ein Macbook Air. Preis: 282 € | Rechts: 480 GB SSD als 2,5 Zoll Ausführung. Preis: 126 €

Eine Zeit lang war das Macbook Air mein einziger Arbeitsrechner. Grafikdesign, Webdesign und Texte schreiben kein Problem. Dann wollte ich mit der Intel HD 5000 Full HD Videoaufnahmen in iMovie und später Final Cut Pro X schneiden. Das allerdings macht nur Spaß, wenn man sehr einfache, simple Videotimelines aufzieht. Alles darüber hinaus braucht Ewigkeiten, aber das ist auch klar bei der Hardware. Als ich mich dann nach einem etwas schnellerem Mac umgeschaut habe, bemerkte ich erst wirklich, wie teuer ein Mac sein kann, wenn man professionell damit arbeiten will.

Ein Macbook Pro mit echter Grafikkarte? 2800 Euro, kein Problem. Ein vernünftiger iMac zum Schneiden von Videos? Zu haben ab 2000 Euro. Puh… Ich verkaufte dann darauf mein Macbook und baute mir für ca. 700 Euro einen 8 Kern Rechner mit ordentlich Power zum Schneiden. Problem gelöst.

Grund 2: Die Reparierbarkeit und Aufrüstbarkeit

Was ich gut finde ist, dass die Macbooks so leicht zu öffnen sind. Man kann schnell mal den Rechner von innen saubermachen und wieder zuschrauben. Aber möchte man z.B. bei einem iMac die Grafikkarte wechseln oder eine neue Festplatte einbauen, muss aber vorher die Glasscheibe entfernen. Dafür braucht man wieder spezielle Saugnäpfe und spezielle Schraubendreher.

Ich habe mal bei einem iPhone 5 den Akku gewechselt. Eine Katastrophe. Schrauben lösen, Saugnäpfe am Bildschirm befestigen und hoffen das beim herausheben die Scheibe nicht bricht. Warum kann man das nicht so wie beim iPhone 4 lösen? Einfach 2 Schrauben entfernen Handy aufschieben und zack kann man den Akku entfernen.

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Die Produkte die Apple heute auf den Markt bringt, sind alles andere als nachhaltig. Ich bin jetzt mit einem Samsung Smartphone unterwegs, da kann ich einfach hinten das Gehäuse öffnen und den Akku herausnehmen Warum kann man das nicht bei jedem Smartphone so einfach machen? Muss man sich nur weil der Akku nach 1 – 2 Jahren Nutzung an Kapazität verliert, gleich wieder ein neues Smartphone kaufen?

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Ein anderer Faktor, ist das Apple oft spezielle Bauteile verwendet. Ich habe jetzt in meinem Thinkpad eine 2,5 Zoll 1TB SSD. Bezahlt habe ich dafür ca. 250 Euro. Möchte ich auch 1TB SSD Speicher in meinem Macbook bezahle ich in der Nachrüstung meist doppelt soviel. Wahrscheinlich noch mehr, wenn ich von Apple direkt die Konfiguration buche.

Grund 3: Defekt durch Software

Die Zeit mit meinem Macbook Air war toll, allerdings wurde das Gerät auch von Update zu Update langsamer. Ich finde es traurig das völlig funktionsfähige Apple Computer wie z.B. die weißen Intel Macbooks einfach durch den Softwaretod begraben werden. Klar irgendwann ist ein Computer einfach alt. Aber ein Intel Core 2 Duo ist doch heute immer noch ein guter Prozessor für Office Anwendungen und Webbrowsing.

Updates sind super. Neue Features, mehr Sicherheit, eine neue Versionsnummer. Ich hab aber eher den Eindruck das ein Apple Update nicht immer nur neue Funktionen mit sich bringt, sondern auch Software die gewollt ein bestimmtes Gerät verlangsamt, ausrangiert oder Funktionen einschränkt um Kunden dazu zu bewegen sich ein neues Gerät zu kaufen.

Dieser „Tod durch Software“ ist für mich nicht akzeptabel.

Nachhaltigkeit in der Computerindustrie

Ich finde bei der Masse an Smartphones, Desktop-PC’s und Laptops die heute täglich genutzt werden, ist Nachhaltigkeit, besonders wichtig. Wie sieht die Welt in 20 Jahren aus, wenn die alten Generationen von Apples iPhone 5, 6, 7, 8, 9 und 10 die Mülldeponien der Zukunft füllen? Was erzählen wir unseren Kindern?

Wir brauchen Computer und Smartphones die einfach zu reparieren und modular aufrüstbar sind. Das zusammen mit Software die Geräte nicht frühzeitig in den Ruhestand schickt.

Sicher, Computer und andere technische Geräte sind nicht sehr nachhaltig. Überall auf der Welt werden kostbare Rohstoffe für unsere technischen Begleiter aus der Erde gehoben. Aber wenn wir wenigstens diese Rohstoffe wieder recyclen würden und technische Geräte bauen die auch in 20 Jahren noch alltagstauglich sind, dann können wir mit einem besserem Gewissen diese Geräte kaufen und nutzen.

Wie siehts bei dir aus? Würdest du aktuell ein Macbook kaufen oder lieber ein anderes Notebook? Bist du zufrieden mit deiner aktuellen Maschine? Ich freue mich über deinen Kommentar!

Veröffentlicht am: 7. Oktober 2016
Kategorie: Gedanken
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